Sinn und Unsinn von CTG

Viele Frauen freuen sich, wenn endlich der erste Termin eines CTG´s ansteht und sie das Herz ihres Babys hören können. Außerdem sind sie neugierig, ob bereits Wehen aufgezeichnet werden. Obwohl die Mutterschaftsrichtlinie ein CTG nur bei drohender Frühgeburt und auskultatorisch festgestellten Herztonalterationen sowie bei Verdacht auf vorzeitige Wehentätigkeit vorsieht, wird ein CTG meist ab der 30. Schwangerschaftswoche im 14-tägigen Abstand geschrieben. Was für mich in den ersten beiden Schwangerschaften völlig normal und klug erschien, hinterfragte ich in der dritten Schwangerschaft. Sind die Strahlen wirklich unschädlich? Was genau bezweckt man mit dem CTG? Brauche ich ein CTG? Es heißt beispielsweise, die Strahlen seien in einer Tonlage, die für uns nicht hörbar sei, das Baby hingegen empfinde es als laut. Die These ist umstritten.  

Das CTG ist nur eine Momentaufnahme. Es kann in dem Moment auffällig sein, obwohl es sonst nie Probleme mit dem Kind gibt oder umgekehrt, kann total harmlos sein, während das Baby Zuhause aber Herzprobleme hat. 


Motherhood schreibt zum CTG in der Austreibungsphase folgendes

  • Dauer-CTG führt NICHT zu fitteren Kindern, stört häufig die Mutter und führt nachgewiesenermaßen zu mehr Kaiserschnitten.

  • 75% der Babys haben auffällige Herzfrequenzen in der Austreibungsphase, obwohl es ihnen nach der Geburt sehr gut geht. Auffällige Herztöne scheinen in dieser Phase für das Kind kein Problem zu sein – es sei denn, sie waren schon in der Eröffnungsphase auffällig! Schlechte Herztöne in der Austreibungsphase allein führen NICHT zu schlapperen oder beeinträchtigten Kindern.

 

(Anmerkung: dass in Krankenhäusern eigentlich immer ein sogenanntes „Aufnahme-CTG“ (20-30 Min. CTG schreiben, nachdem die Frau im Kreißsaal eingetroffen ist) gemacht wird und danach in unterschiedlichen Zeitabständen wieder, hat weniger medizinische, sondern viel mehr haftungstechnische Gründe: obwohl nachgewiesen ist, dass CTGs nicht immer zuverlässig aufschreiben, häufig Fehler in der Interpretation der aufgezeichneten Daten passieren und viele Frauen die Maßnahme als störend empfinden, handelt es sich bei dem CTG-Ausdruck nach wie vor um einen juristisch zulässigen Beleg für die Akten: „Seht her, hier war alles einwandfrei!“ oder: „Seht her, die Frau hatte noch gar keine Wehen!“)

 

Ich selbst habe während der dritten Schwangerschaft komplett auf CTG verzichtet. Ich wurde von den Arzthelferinnen dafür nicht sonderlich gelobt, teils wurde ich sogar beschimpft. Mein Arzt hingegen war verwirrt, akzeptierte es aber. Stattdessen kramte er in seiner Kiste und holte sein Dopton raus. Darüber freute ich mich sehr. So konnte er das Herz abhören und fühlte sich sicherer und ich hingegen habe meinem Baby keine Untersuchungen aussetzen müssen, die eigentlich keinen Nutzen hat.

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