Postpartale Depression

Jeder kennt den klassischen Babyblues. Entweder aus eigener Erfahrung oder durch Lesen und Hören. Es sind die Tage nach der Geburt, wo eine frisch gebackene Mama weinerliche Zeiten durchlebt. Man sagt auch: Drei Dinge müssen im Wochenbett fließen: Wochenfluss, Milch und Tränen. Dieses zeitlich begrenzte Stimmungstief ist nicht angenehm, aber nur kurz und normal. Dagegen könnt ihr nichts tun, aber ihr könnt die Zeit leichter durchstehen, wenn ihr Hilfe in Haushalt und für das Baby habt. Schön ist es, wenn der Partner sich zwei Monate Elternzeit nimmt (oder alternativ Urlaub) oder andere Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte unterstützend zur Seite stehen. Es ist okay, den Haushalt liegen zu lassen oder wenn man plötzlich beim Weinen des Babys mitweinen muss.

Aber eine postpartale Depression ist etwas ganz anderes.

Was denkt ihr, wenn ihr die Bilder hier seht? Sieht das nicht aus, wie eine glückliche Mama? Die ihre Kinder liebt und zufrieden mit dem Leben ist? Ja? Tja genau das ist das Problem. Ich habe mich bei diesen Bildern nämlich in der Postpartalen Depression gefunden. Ich habe innerlich geweint. Ich war traurig, jeden Tag. Ich habe mein Baby nicht geliebt. Zeitweise habe ich sie sogar gehasst. Ich konnte mein Kind von Anfang an nicht als meines annehmen. Sie war mir fremd. Als wäre sie nicht meine. Ich habe funktioniert. Mehr nicht. Jeden Tag habe ich meinen Kindern das geboten, was sie zum Überleben brauchten. Essen, Trinken, Kleidung, ein Dach über dem Kopf. Aber Liebe konnte ich ihnen bzw. dem kleinen Baby nicht geben. Das Spielen mit ihnen war die Ausnahme. Aber in der Öffentlichkeit habe ich stets gelächelt. Ab und zu habe ich auf die Frage, wie es mir geht, versucht ehrlich zu antworten. Mir geht es nicht ​gut. ich bin traurig, ich

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liebe mein Kind nicht. Die Standard Antworten waren entweder herunterspielend wie "ach das geht vorbei" oder "ach wirklich? Du siehst gar nicht so aus" bis hin zu Vorwürfen wie "Wie kann man sein eigenes Kind nicht lieben" und Dinge wie "Ich werde wohl das Jugendamt rufen". Doch all dies hat mich nur darin bestärkt, meine Fassade noch weiter zu verstärken. Denn niemand versteht mich. Ich erwarte auch gar nicht, dass man mich versteht. Aber ich wäre dankbar gewesen, wenn man es wenigsten akzeptiert und ggf. interessiert daran ist, wie ich mich fühle, was ich brauche. Nur ganz wenige haben mich seelisch unterstützt. Und ihnen konnte ich mein Herz öffnen und alles erzählen. Besonders mein Mann erlebte mich in diesem fürchterlichen Zustand. Beispiel: Mein Baby im Krabbelalter kommt zu mir gekrabbelt, zupft an meiner Hose, will auf den Arm. Ich bin genervt von ihr. Ich reagiere nicht. Sie fängt an zu weinen. Ich reagiere nicht, bin noch mehr genervt. Sie lässt wieder los und weint noch mehr. Ich setze mich, schaue sie an und weine mit. Ich bin wütend. Wütend über mich. Warum liebe ich dieses wunderschöne, liebevolle, schutzbedürftige Kind nicht? Was ist los mit mir? Mein Mann kommt und tröstet uns beide. Er weiß nicht, ob er Mitleid mit mir haben soll oder wütend auf mich ist, weil ich unser Kind auf diese Art vernachlässige. 

Es gab viele Tage, wo ich einfach nichts machte außer zu weinen. Ich legte mich auf´s Sofa und weine. Kinder werden versorgt, mehr nicht. Ich wasche erst dann ab, wenn kein Geschirr mehr da ist. Ich koche nicht, das macht mein Mann. Ich wasche erst, wenn keine Kleidung mehr da ist. Wegsortiert wird nichts, wir suchen unsere saubere Wäsche im Knäuel der Wäschewanne. 

Ich fühlte mich schrecklich und wie gesagt, ich wollte nicht so sein. Vorwürfe von außen haben alles nur schlimmer gemacht. Je mehr Vorwürfe ich bekam, desto schlimmer wurde es mit mir. Vorwürfe wie "niemand macht gerne Haushalt, man muss halt mal über seinen Schatten springen" oder wie "ich habe auch mal Tage wo es mir schlecht geht, da muss man durch". Aber es ist eben nicht das Selbe, ob man mal einen schlechten Tag hat, ob man einen BabyBlues hat oder ob man eine Postpartale Depression hat. Eine Postpartale Depression ist einfach schrecklich.

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Ich beschloss, etwas zu tun und beantragte eine Mutter Kind Kur. Zum Glück wurde sie sofort genehmigt. Ich fuhr hin. Ich hatte Angst davor, mit meinen Kindern allein zu sein in meinem Zimmer. Schaffe ich es? Vormittags wurden beide betreut. Ich hatte Zeit für mich. Ich ging spazieren. Ich war viel draußen. Das tat gut. Oder ich hatte Gespräche mit einer Psychologin. Ich fühlte mich immer noch nicht verstanden. Ich bekam sowas zu hören wie "Dein Kind möchte nur Liebe, sie macht das nicht, um dich zu ärgern". Das machte mich wütend. Ja das weiß ich. Ich weiß, dass sie mich nicht ärgern will. Genau deswegen will ich etwas ändern. Ich will nicht mein Kind sondern MICH ändern. Ich wollte schon wieder aufgeben. Wofür war ich eigentlich hier? Immerhin reagierten die anderen Mütter sehr liebevoll. Sie verstanden mich nicht, hatten aber vollstes Mitgefühl. Das tat gut. Endlich musste ich mich nicht mehr verstecken. Dann hatte ich eine andere Psychologin und da passierte es: Zum ersten Mal bewegte sie etwas in

mir. Ich fing bei ihr an zu weinen, alle Sorgen flossen. Einfach nur durch die Art und Weise, wie sie redete und fragte. Doch dann war die Kur schon zuende. Ich fuhr nach Hause. Ich betrat mein Haus und brach weinend wieder zusammen. Alles war wieder da. Als wenn in dem Haus negative Energie fließen würde. Als wenn ich nie zur Kur gewesen wäre. 

Ich suchte mir einen Therapeuten. Aber auch dort fühlte ich mich, als würde er nur seinem vorgelegten Plan folgen ohne auf mich als Individuum einzugehen. Ich fühlte mich nicht verstanden. So hörte ich oft, meine Erwartungen seien zu hoch. Ist es wirklich zu viel erwartet, mein Kind zu lieben? Ich möchte einfach nur mein Kind lieben. Was kann ich tun, um Liebe zu spüren? Ich ließ mich in eine Klinik überweisen. Nun hieß es Abstand zur Familie für 6 Wochen. Keine Kinder bei mir, kein Ehemann. Jeder Tag gehört mir ganz allein. Das tat gut. Wobei meine Therapeutin nicht gut war. Sie sagte, in der Klinik würde man keine postpartale Depression behandeln. Waaaas? Warum bin ich dann da? Niemand verstand mich. Mein Programm war voll: Gruppengespräche, Einzelgespräche, Sport, Rückengymnastik, .... Ich gab jeden Tag mein Bestes. Einmal musste ich vor meiner Gruppe meine Geschichte erzählen. Ich berichtete von der Schwangerschaft, Geburt und der Depression. Ich weinte wieder. Die anderen Patienten drückten ihr Mitgefühl aus. Zwar konnte mir niemand helfen, aber ich fühlte mich verstanden. Das erste Mal, dass ich wirklich alles im kleinen Detail erzählte ohne Vorwürfe zu bekommen. Ich bekam Mitgefühl. Es tat unheimlich gut. Nach 6 Wochen war ich aber nicht fertig, es wurden weitere 2 Wochen angehängt. Nach insgesamt 8 Wochen ging ich nach Hause.  

 

Kaum betrat ich die Tür zu Hause, fing ich wieder an zu weinen. Ich sah meine Kinder, nahm die große in den Arm. Dann sah ich die Kleine und es kam wieder ein abwertendes Gefühl in mir hoch. War alle Mühe umsonst? 

Ich ging zu meinem Arzt, berichtete davon. Wobei allein das Anrufen wegen eines Termins schon wahnsinnig viel Anstrengung kostete. Ich bekam eine teilstationäre Behandlung genehmigt. Und so fuhr ich 6 Wochen lang täglich in eine Tagesklinik. Zwar waren die Patienten irgendwie komisch und hatten alle ganz andere Probleme als ich sie hatte, aber nach und nach wurde es besser. Besonders geprägt hat mich der Spruch "Eine gute Mutter sorgt zuerst für sich selbst". Denn nur wenn es mir gut geht, kann ich für meine Familie da sein. Und so arbeitete ich einen Plan aus, wie mein Mann mich unterstützen kann, damit ich dies umsetzen kann. 

 

Es wurde besser. Ich konnte mein Kind lieben lernen, wobei ich bis heute nicht sagen kann, was der ausschlagebende Grund war, wie die Mutter-Kind-Bindung gestärkt wurde.

 

Aber meine Depressionen gingen nie richtig weg. Zwar wuchs die Liebe zum Kind, aber die Depression blieb. Zwei Jahre später ging ich erneut in eine Klinik. Reich an Erfahrungen  wurde ich erneut vom fehlenden Verständnis und unpersönlicher Behandlung enttäuscht. Ich brach die Behandlung nach 2 Wochen ab und recherchierte nun selbst. Ich erkundigte mich über Ernährung, Hormone, Zusammenhänge von Körper und Seele, der Einfluss von Gedanken usw. Ich kam zu dem Entschluss, mir selbst zu helfen. Ich verzichtete auf hormonelle Verhütung, meldete mich zum Sport an, supplementierte mit fehlenden Vitaminen, nahm mir feste Zeiten für mich, nahm mir feste Zeiten für die Kinder. Ich trennte mich von negativen Menschen, richtete mein Wohnzimmer neu ein (statt braun gab es schwarz weiß mit grün) und versuchte mich besser zu ernähren. Zudem sollte mein drittes Kind zuhause geboren werden und zu diesem habe ich eine wunderbare Bindung. Der Höhepunkt war die Hausgeburt meiner dritten Tochter und der Umzug an einen völlig anderen Ort. Das, was manche als "riskant" und "Flucht" nennen, war für mich erstens eine gut überlegte Entscheidung (Geburt) und zweitens die Suche nach Vorteilen (z.B. Klima) und die Trennung von negativem (z.B. ein stets negativ gestimmter Ort). Ich habe gemerkt, dass man mit "unnormalen" Wegen viel Widerstand erfahren muss, aber genau dieser Weg mein Weg war. Das, was für mich und meine Familie richtig ist, womit wir glücklich sind.

 

Fazit: Ich denke folgende Gründe haben die postpartale Depression gefördert: Die traumatisierte Geburt, die hormonelle Verhütung, das negative Umfeld und allgemein negative Gedanken.

 

Mein Rat an dich:

  • Arbeite einen Geburtsplan aus, achte auf Selbstbestimmung und lege Wert auf das Bonding direkt nach der Geburt

  • Verzichte auf hormonelle Verhütung

  • Achte auf deine Ernährung, schränke den Zuckerkonsum stark ein, achte auf gute Qualität des Fleisches (aus spiritueller Sicht z.B. enthält das Fleisch aus schlechter Haltung auch die negativen Gefühle der Tiere, die beim Verzehr auf dich übergehen)

  • Verzichte auf Flourid 

  • Denke positiv

  • Denke nicht so viel an die Vergangenheit, sie lässt sich nicht ändern

  • Trenne dich von negativen Menschen und Dingen

  • Meide negative Fernsehsendungen und Nachrichten, ein Verzicht auf Mainstream fördert positive Gedanken

  • Halte dich mit positiven Menschen auf

  • Achte auf deinen Vitamin D Status und supplementiere dieses nie ohne VitaminK2 und ohne Magnesium, empfehlenswert sind mind. 4000 i.E./ Tag bzw. einem Blutbild von 50-70 ng/ml

  • Verzichte auf Sonnenschutzmittel, damit VitaminD sich bilden kann und ihr nicht immer diese Chemie auf der Haut tragt. Alternativ halte dich im Schatten auf oder verwende natürliche Öle als Sonnenschutz

  • Gebe deinem Kind altersgemäße Freiheiten, das stärkt Selbstständigkeit und du hast mehr Zeit für dich

  • Nehme dir Zeit für dich

  • Vielleicht findest du Ausgleich in Meditation, Yoga, Qi Gong, Malen, ...

  • Weine, wenn du traurig bist

  • Lebe nicht so, wie es die Gesellschaft erwartet sondern so, wie du es möchtest

  • Rede über deine Sorgen, zusätzlich oder alternativ kann schreiben helfen

Geunde Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel

Eine gute Versorgung aus Ernährung und Supplementierung ist eine Basis für seelische und körperliche Gesundheit

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