Geburtsplan - Ein Wegweiser für die Geburt

Ein Geburtsplan hilft dir, sich damit auseinander zu setzen, wie du dir eine Geburt vorstellst, welche Wünsche du hast und was du ablehnen möchtest. Je mehr du dich mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen befasst, desto eher findest du den Weg, der die Geburt zu dem macht, was deine Seele beflügelt. Zudem wissen Hebammen und Ärzte, worauf sie achten sollten, damit es dir gut geht. Dabei ist ein Geburtsplan nicht zwingend bindend. Wenn du eine Wassergeburt wünschst und unter der Geburt merkst, im Wasser fühlst du dich gar nicht wohl, dann darfst und sollst du von deinem Plan abweichen. Genauso auch bei Ärzten. Wenn du unbedingt Bonding wünschst, das Baby aber sofort auf die Intensivstation muss, dann steht die Gesundheit deines Babys im Vordergrund. Aber es gibt auch Dinge, worauf man aus meiner Sicht sich dran halten sollte wie z.B. dass man auf die Gabe von VitaminK verzichtet, wenn du dies so wünschst. 

Beispiel für einen Geburtsbericht

Sehr geehrtes Klinikpersonal,

 

aufgrund verschiedener Faktoren meiner zwei voran gegangenen Geburten (einmal spontan, einmal Kaiserschnitt nach rund 6 Std. Wehen aus BEL) habe ich diesen Geburtsbericht geschrieben. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesen Bericht meinen Akten hinterlegen und an die zuständigen Personen weiter leiten, die meine Geburt betreuen werden. Ich lege sehr viel Wert auf eine selbstbestimmte Geburt und bitte Sie darum, meine Wünsche zu respektieren

 

Aufnahme zur Geburt

  • Kein Venenzugang

  • Ultraschall nicht ohne Indikation. Lage des Babys bevorzugt durch Ertasten feststellen

 

Geburt

 

Allgemein zusammen gefasst: So selbstbestimmt wie möglich,  ohne Interventionen, möglichst frei von Stress und Zeitdruck

 

  • Kein langanhaltendes CTG ohne Indikation. Bevorzugt kurzzeitiges Abhören der Herztöne, z.B. per Dopton oder CTG für wenige Minuten. Kein Dauer-CTG solange das kurzzeitige Abhören unauffällig ist. Länger andauerndes oder gar Dauer-CTG somit also bitte nur bei auffälligen Herztönen, dann mobiles CTG bevorzugt. Ein gesunder Herzschlag hingegen bedarf keiner Dauer-Überprüfung

  •  Abtasten des Muttermundes so selten wie möglich

  • Kein Verbieten von Essen/ Trinken

  •  Freies Bewegen ermöglichen. Ich möchte mich frei bewegen so wie es mir gerade gut tut. Bevorzugt möchte ich insbesondere in der Pressphase mich aufrecht bewegen dürfen. Kein Zwingen zur Rücken- oder Seitenlage außerhalb der Untersuchungsphase (z.B. Abtasten des Muttermundes).

  •  Kein Dammschnitt

  • Keine Gabe von Oxytocin, auch nicht bei Geburtsstillstand. Sollte die Gabe doch geplant sein, bedarf sie meiner Zustimmung. Sollte ich nicht ansprechbar sein, wird mein Mann in meinem Sinne zustimmen oder ablehnen.

  • Medikamentöse Behandlung nur nach vorheriger Absprache mit mir und/ oder meinem Mann

  • Ärzte erst so spät wie möglich dazu rufen.

  • Kein Kristellern

  • Geburtsstillstand so lange wie möglich dulden, sofern es Mutter und Kind gut geht

  • Um den Hals gewickelte Nabelschnur nicht vorzeitig durchtrennen oder abwickeln. Bitte mit dem Abwickeln warten, bis das Baby vollständig geboren ist. Auspulsieren ermöglichen, erwünscht gerne 1 Std. lang auspulsieren!

  •  Ambulante Geburt bevorzugt

 

Nach der Geburt

 

  • Nabelschnur auspulsieren lassen. So lange, bis sie von selbst verklebt. Nabelschnur beim Durchtrennen 10-15 cm am Baby dran lassen.

  • Sollte mein Baby behandlungsbedürftige Anpassungsschwierigkeiten haben, bitte ich darum, nötige Behandlungen (z.B. Abwickeln der um den Hals gewickelten Nabelschnur, Absaugen von Fruchtwasser, Sauerstoffdusche o.ä.) „vor Ort“ durchzuführen, damit mein Baby weiterhin mit der Nabelschnur und Plazenta verbunden bleibt

  •  Keine Gabe von Vitamin K ! Ausnahme bei Frühchen oder Notkaiserschnitt, dann aber per holländischem Modell (das Vitamin K haben wir dabei)

  • Sofortiges Bonding, das Baby sollte direkt nach der Entbindung auf meine Brust gelegt und dort mind. eine Std. lang verbleiben dürfen. Die Untersuchungen (U1, Wiegen, Messen, ..) bitte in meinem Beisein durchführen und erst nach dem ausgiebigen Bonding.

  • Baby erst einkleiden, wenn ich damit einverstanden bin. Das gilt auch für die Mütze

  •  Keine Gabe von Schnuller oder Flasche

  •  Keine Gabe von Flourid

 

Im Falle eines Kaiserschnittes

 

  • Mein Mann darf gerne in so viele Abläufe wie möglich einbezogen werden und wenn möglich beim (Not-)Kaiserschnitt dabei sein. Er kennt meine Interessen und darf Entscheidungen treffen

  • Sollte ich über Schmerzen (z.B. aufgrund unzureichender Narkose) klagen, sollen diese bitte ernst genommen und ggf. entsprechend gehandelt werden. Gleiches gilt, wenn ich über Atemnot oder andere Beschwerden klage

  • Auspulsieren der Nabelschnur ermöglichen bis diese selbstständig verklebt ist. Auch bei Anpassungsschwierigkeiten! Nach dem Abnabeln bitte 10-15cm Nabelschnur am Körper des Baby lassen.

  • Bei Anpassungsschwierigkeiten (z.B. nötiges Absaugen von Fruchtwasser, Sauerstoffdusche o.ä.) trotzdem Nabelschnur intakt lassen, damit sie auspulsieren kann

  • Plazenta nicht entsorgen! Wir möchten sie mit nach Hause nehmen.

  • Bonding so früh wie möglich, bei Teilnarkose noch direkt im Kreißsaal und so lange wie möglich. Die U1 kann auch bis nach dem Kaiserschnitt warten. Auch im Falle einer Vollnarkose möchte ich die Gelegenheit haben, mein Baby nackig auf die Brust gelegt zu bekommen. Ich möchte kein fertig eingepacktes Baby!

  •  Untersuchungen auf das Nötigste während meiner Abwesenheit reduzieren. Bei allen Dingen, die warten können (z.B. Wiegen, Messen, …) möchte ich dabei sein

  • Vitamin K Gabe nach holländischer Methode! (Vitamin K haben wir dabei)

 

Wochenbett

 

  •  Ich bevorzuge eine ambulante Geburt

  • Keine hochdosierte Gabe von Vitamin K ! Wir werden je nach Geburtsverlauf komplett verzichten oder uns für die holländische Methode entscheiden

  • Keine Gabe von Schnuller oder Flasche

 

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Dieses Schreiben wurde vorgelegt am ___________, errechneter Entbindungstermin _________________

 

Daten zur Patientin:

 

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Geb. _________________________________________

Krankenkasse _______________________________

Versichertennummer _______________________

 

 

Entbindung der Schweigepflicht: Hiermit gestatte ich dem Klinikpersonal, allen beteiligten Personen diesen Geburtsbericht vorzulegen, damit behandelndes Personal rechtzeitig zu meiner Geburt mit meinen Wünschen und Vorstellungen vertraut ist

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