Meine Geburtserfahrungen

Tipp: Wenn man die Bilder anklickt, kann man sie innerhalb der Galerie besser anschauen

1. Geburt - Spontan im Krankenhaus

Meine erste Geburt fand im Krankenhaus statt. Einmal aus dem Grund weil man es so macht, andererseits war ich neugierig und fühlte mich dort sicher. Ich hatte eine wundervolle Hebamme, die mich bei meiner spontanen Geburt unterstützte, während Ärzte aufgrund eines Körpergröße-Kind-Missverhältnis eine spontane Geburt als riskant empfanden und mich aufdringlich zu einem Kaiserschnitt drängen wollten. Da jedoch 3 unabhängige Hebammen eine spontane Geburt als möglich hielten, weil es weder Komplikationen gab noch gäbe es ein Missverhältnis, lehnte ich den Kaiserschnitt ab. Ich war gerade im Krankenhaus zur Narkosebesprechung, als ich alles absagte. Die Hebamme unterstützte meinen Wunsch, betonte aber auch, dass die Ärzte das nicht so gerne sehen. Wir arbeiteten also ein wenig mit oder gegen die Zeit. Sie versuchte mittels Akkupunktur die Wehen einzuleiten. Nach 8 Stunden Wehen ohne weitere Interventionen kam meine Tochter zur Welt. Lediglich mein Dammriss 2. Grades musste genährt werden. Dies tat der Arzt, der die spontane Geburt  zuvor als riskant einschätzte und man hatte das Gefühl, er war empört, dass ich nicht auf ihn hörte. Er nähte ohne Betäubung, nahm Schmerzen nicht wahr (ich soll mich nicht so anstellen) und im Wochenbett sagte er zu meinen Schmerzen im Bauch wiederholt, ich solle mich nicht so anstellen (hinterher stellte sich 2 Tage nach Entlassung heraus, dass noch Plazentareste verblieben waren von meinem im Frühstadium verstorbenen Zwilling).

Alles in allem eine schöne Geburt, die allerdings die Ärzte völlig unrealistisch und sehr parteiisch einschätzen und betreuen, ziemlich gefühlskalt. Die Hebamme hingegen war echt super, ihr bin ich auch heute noch sehr dankbar, dass sie mich so unterstützt hat und nicht einmal einen Venenzugang legte, weil sie genau wusste, wenn man diesen hat, wird er auch genutzt.

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2. Geburt Kaiserschnitt

Mein zweites Baby lag in BEL und mein Frauenarzt empfahl mir einen Kaiserschnitt. Darüber war ich sehr enttäuscht und hier fing ich an, genau zu recherchieren, unter welchen Umständen man spontan gebären kann und wann nicht. Ich las und las und las, ich schaute mir Videos an und tauschte mich mit Müttern aus, die erfolgreich oder auch erfolglos ein Kind aus BEL zur Welt brachten. Auch den Rat meiner Hebamme holte ich ein. Ich ging in ein Krankenhaus, welches weiter weg war, dafür aber BEL Geburten annimmt und betreut. Ich wurde engmaschig in der Schwangerschaft überwacht und bekam so das "GO" für eine spontane Geburt. Nach dem Blasensprung fuhr ich also eine Stunde in das Krankenhaus. Doch was mich da erwartete, zerstörte mein seelisches Empfinden. Ohne eine Begrüßung wurde ich gleich unfreundlich empfangen so als wolle man gar keine Geburt aus BEL betreuen. Ich musste erst mal erklären, dass es genau abgesprochen war. Ich wurde an ein Dauer-CTG angeschlossen und musste mehrfach betteln, wenn ich mal auf Toilette wollte. Sonst wurde ich ans Bett "gebunden", durfte mich nicht aufrecht bewegen, schon gar nicht das Bett verlassen. In 6 Stunden durfte ich ganze 2 Wehen kniend veratmen, den Rest musste ich liegen, sehr oft davon auf dem Rücken. Manchmal war auch Seite erlaubt. Ständig wurde vaginal untersucht. Ich fühlte mich machtlos meinem eigenen Körper gegenüber, sehr fremdbestimmt. Eine PDA bekam ich nicht, weil der einzige Anästesist am Sonntag anderweitig eingesetzt war. Letztendlich wurde das CTG pathologisch (kein Wunder bei der Rückenlage) und ich hatte keine Kraft, gegen die Schwerkraft zu arbeiten. Noch im Kreißsaal wurde der Kaiserschnitt gemacht. Als ich wieder zu mir kam, fühlte ich mich schrecklich, seelisch und körperlich. Ich wollte mein Kind nicht haben. Es war nicht meins. Ich wurde mit meiner kaputten Seele aber nicht ernst genommen. Die Schmerzen vergingen, aber die Seele war noch krank. Erst zwei Jahre später konnte ich lernen, mein Kind als meines anzunehmen. Mit Anfordern des Geburtsberichts fand ich zudem heraus, dass ich ohne mein Wissen schon direkt am Anfang mit einem Cocktail an Infusionen zugedröhnt wurde (Oxytocin, Antibiotika, ...).

3. Geburt Hausgeburt

Schaut euch mal die Bilder an. Welches sieht am glücklichsten aus? Die Hausgeburt, ... und genau so war es. 

Nach zwei fremdbestimmten Geburten, wenn auch in ganz unterschiedliche Weise und Intensität wollte nun ICH bestimmen, wie ich gebäre. Und damit ich kein Risiko eingehe, verschlang ich Bücher und Videos. Ich belas mich und tauschte mich aus. Dazu sah ich Statistiken und informierte mich, welche Interventionen, Handlungen, Umgebungen und Personen sich wie auf den "Erfolg" einer Geburt auswirkten. Da das Thema Hausgeburt sehr umstritten ist, berichtete ich im Umfeld nur jenen davon, die meine Entscheidung respektieren. 

 

Nun stellte sich die Herausforderung, eine Hebamme zu finden, schließlich hatte ich einen Kaiserschnitt und viele haben Angst vor einer Ruptur. Natürlich habe ich mich auch zu dem Thema ausgiebig informiert mit Risiken, Einflüssen und Statistiken. Da in meiner Region niemand meine Geburt begleiten wollte, reiste eine Hebamme 350km weit an. Sie betreute meine Geburt. Sie leitete mich ohne zu fordern. Ich konnte mich zuhause frei bewegen. Es war mega schmerzhaft und anstrengend, aber nach nur 2,5 Std. wieder vorbei. Ich strahlte vor Glück, es ist unbeschreiblich schön, das Gefühl lässt sich nicht in Worte fassen. Zwar hatte ich einen Zervixriss und Dammriss 1. Gerades, aber nicht weiter schlimm. Und abgesehen von der schönen Geburt, so brauchte ich weder in Wehen zum Krankenhaus fahren noch dort die Zeit verbringen. Ich war in meinem gewohnten, vertrauten Heim und meine anderen beiden Töchter konnten ihre Schwester begrüßen. 

Die U1 und das Neugeborenenscreening machte die Hebamme. Ich konnte sofort mein Mamaglück genießen. 

 

Viele sagen nun "Da hast du aber Glück gehabt, da hätte ja sonst was passieren können!". Aber wer sich noch nicht mit dem Thema Hausgeburt befasst hat, kann darüber nicht urteilen. Denn genau diese Atmosphäre und die 1:1 Betreuung machen die Hausgeburt mindestens (!) so sicher wie Klinikgeburten. Und falls doch etwas passiert, passiert etwas nicht von jetzt auf gleich sondern kündigt sich an. Hebammen sind erstmal gut ausgestattet für die Erstversorgung, aber sie sehen eben auch, wenn sich tatsächlich etwas ankündigt und verlegen dann rechtzeitig. Eine Verlegung passiert also nicht hektisch und als Notfall sondern in den allermeisten Fällen in Ruhe.
Und wenn nun doch etwas Schlimmes passiert wäre? Dann sage ich mir, das soll einfach so sein und dann wäre sie auch im Krankenhaus nicht gut geendet. Vielleicht anders. Eine Geburt ist nie zu 100% sicher, nirgends. Und ich steige ja auch ins Auto, obwohl die Gefahr eines Unfalls statistisch gesehen höher ist als die Uterusruptur.  Genauso laufe ich eine Treppe, obwohl ich stürzen könnte oder trage mein Baby, obwohl ich stürzen und dabei auf die Fliesen fallen lassen könnte. Die Welt ist nicht sicher, nirgends. Wichtig ist für sich selbst abzuwägen, wo man sich sicher fühlt und Verantwortung für die Entscheidung nimmt. Denn ein "hätte" bringt nichts mehr. Man muss zu seinen Entscheidungen stehen und dies gut vorbereitet treffen.

Ich kenne in meinem Umfeld leider auch Geburten, die nicht so schön endeten, zum Beispiel als Totgeburt. Dies konnte nicht verhindert werden. Kein Ultraschall, kein CTG und auch sonst nichts hat dieses tragische Ende verhindert. Auch das Verbluten einer Mama beim Kaiserschnitt in meinem, Umfeld (wenn auch sehr, sehr weit weg) konnte nicht verhindert werden obwohl die Mama im Krankenhaus entbunden hat. 

Jede Art zu entbinden hat ihre Vorteile und ihre Risiken. Jede Mama sollte für sich entscheiden, welches das für sie geringste Risiko ist bzw. welche Gefahren sie in Kauf nehmen möchte. 

Vergleich in Bildern direkt nach der Geburt

Spontan im Krankenhaus

Kaiserschnitt

Hausgeburt

Ihr könnt euch nun selbst fragen, was sieht am Glücklichsten aus und warum?

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