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Meine Schwangerschaften

Es war meine dritte Schwangerschaft. Ich hatte bereits Erfahrungen, gute wie schlechte. Und diesmal sollte alles besser werden. Damit mir das gelingt, habe ich meine anderen Schwangerschaften Revue passieren lassen. Warum war was gut, warum war was schlecht, was muss passieren, damit es jetzt gut wird?

Erste Schwangerschaft - Geburt spontan im Krankenhaus

Meine erste Schwangerschaft war geplant und schon 4 Monate nach Absetzen der Pille klappte es, wobei ich anfangs nicht damit gerechnet hatte, denn ich bekam meine Periode wie gewohnt, nur etwas schwächer als sonst. Aber etwa 2 Wochen nach Fälligkeit der Periode kam mir gegenüber Fleisch ein so ekelhaftes Gefühl in mir hoch, während ich plötzlich solch starkes Verlangen nach Obst hatte. Insbesondere Banane musste es sein. Aber ich hatte fast nichts im Haus. Es fühlte sich an, als würde mir gerade ein starkes Suchtmittel fehlen. Mein Mann war gerade auf Arbeit, als ich ihn gebeten habe, nach der Arbeit bitte viel frisches Obst mitzunehmen. Das tat er auch, zusammen mit dem Schwangerschaftstest :-) Dieser fiel positiv aus. Zwar freute ich mich, aber plötzlich kamen auch Ängste in mir hoch. Schaffe ich das? Werde ich einem Kind gerecht? Bin ich nicht vielleicht doch zu jung? Ich war 22, hatte nach der abgeschlossenen Ausbildung einen unbefristeten Arbeitsplatz und mein Mann war selbstständig. Wir wohnten in einem schönen Haus mit viel Platz. Also eigentlich alles perfekt. Das sah das Umfeld anders, nur wenige freuten sich mit uns. Aber das änderte sich bei vielen im Laufe der Schwangerschaft.

Etwa in der 7. SSW hatte ich so starke Bauchschmerzen, dass mein Mann aus Sorge um uns uns nachts ins Krankenhaus fuhr. Der erste Ultraschall stand an, das Herz schlug, dem Baby ging es gut.

Ansonsten ging es mir super. Ich genoss die Schwangerschaft. Außer der Abneigung gegenüber Würstchen und Grillfleisch sowie Bratkartoffeln hatte ich weder mit Übelkeit noch mit Erbrechen oder anderen typischen Beschwerden zu tun. Ich ernährte mich mit dem, worauf ich Lust hatte und supplementierte mit

Schwangerschaftsvitaminen (Hipp natal und Folsäure). Ich hinterfragte nichts sondern machte alles, was normal ist. Mein Baby wuchs gut und damit es dort geboren werden kann, wo ich wollte, zog ich 2 Wochen vor ET in eine Ferienwohnung in die Nähe des Krankenhauses. Leider wurde mein Baby auf 3800g geschätzt und für mich als 150cm kleine Person als "zu groß" eingeschätzt. Ich fragte drei Hebammen um Rat, alle sagten, eine spontane Geburt sei möglich. Also lehnte ich den Kaiserschnitt ab und begann einen Tag vor ET meine Reise zur Geburt.

Zweite Schwangerschaft - Geburt aus BEL/ Kaiserschnitt

Meine zweite Schwangerschaft verlief etwas unschöner als die erste und begann schon damit, dass es ganze 12 Monate dauerte, ehe ich überhaupt schwanger wurde. Nach Ziehen der Kupferspirale passierte einfach nichts. Wir ließen uns untersuchen und entsprechend behandeln (ich bekam Clomifen zwecks Eisprung, mein Mann Antibiotika für Bakterien in den Spermien) Als nach 11 Monaten immer noch nichts passierte, griff ich auf ein Gleitgel zurück, welches extra für den Kinderwunsch geeignet sein soll. Und zack, da wurde ich schwanger. Nach so vielen Enttäuschungen wollte die Freude aber nicht so richtig aufkommen.

Ich hatte starke Unterleibsschmerzen, meine stehende Tätigkeit als Konditorin fiel mir unglaublich schwer. Ich musste mich zeitweise krank schreiben lassen. Ich war stets traurig gestimmt, ohne Grund. Zu Beginn des letzten Trimesters ging ich zum Schwangerenschwimmen und

fühlte mich dort richtig wohl.

Den Geburtsvorbereitungskurs brach ich nach zwei Terminen wieder ab. Die leitende Hebamme war mir zu unsympatisch, die Inhalte trocken, langweilig und hatte mit der Realität nicht sonderlich viel zu tun. 

Zum Ende der Schwangerschaft bekam ich einen Ausschlag auf dem Bauch. Niemand konnte sich das erklären, ich kratzte mir meinen Bauch blutig, demzufolge ging ich auch nicht mehr zum Schwimmen. Man kann also sagen, die erste und letzten Schwangerschaftsdrittel waren fürchterlich, die Mitte hingegen super.

 

Mein Baby lag in BEL und wieder sagte man mir, eine Geburt aus dieser Position würde das Leben meines Kindes gefährden. Ziemlich parteiisch und unrealistisch wägte man die angeblich nicht vorhandenen Vorteile einer spontanen Geburt ab im Vergleich zur angeblich risikofreien Schnittentbindung. Weder war man realistisch noch nahm man mich Ernst. Mein Baby wurde zum Ende auf 2500g geschätzt. Ich suchte mir eine andere Klinik, ließ mich ausgiebig untersuchen und vermessen, damit ich dort aus BEL spontan gebären kann. Heißt die letzten Tage vor der Geburt wurde ich in einem Krankenhaus engmaschig kontrolliert, damit ich trotz BEL spontan entbinden kann. Am Tage der Geburt wurde ich mit einem Blasensprung geweckt.

Dritte Schwangerschaft - Spontane Hausgeburt

Die dritte Schwangerschaft sollte anders sein und sie begann schon mit dem Kinderwunsch, welchem wir uns ganz ohne Druck hingaben nach dem Motto wenn es passiert, dann soll es so sein und wenn nicht, dann nicht. Wie lange wir also "geübt" hatten, weiß ich gar nicht, weil wir eben nicht alles nach Plan kalkulierten. Da ich mit Nfp verhütete, kannte ich meine Zyklen genau. Wobei Verhütung eher der falsche Ausdruck in dieser Phase ist ;-)

Als ich überfällig war, machte ich mir keine Gedanken. Kann schon mal passieren. Ich hatte nun schon öfter ungeduldig viele Tests gemacht, kaum war er negativ, traf die Periode ein. Diesmal ließ ich es sein. Ich beobachtete meine Temperaturkurve. Sie wollte einfach nicht fallen. Ich wusste aber, wenn man 18 Tage Höhenlage hat, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hoch. Am 18. Tag, ... immer noch Höhenlage. Nun durfte ein Test her, positiv. Ich freute mich riesig, zwar auch mit Sorgen um die Zukunft, aber ich fühlte mich rundum wohl und erfüllt.

Der Beginn der Schwangerschaft war ganz easy. Keine Übelkeit, keine Schmerzen. Ich fühlte mich großartig und unschwanger. Dafür traf es mich später umso heftiger. Mit Erbrechen verbrachte ich so manche Zeit im Bad. Ich hatte so starke Übelkeit, dass ich nicht zur Arbeit konnte. Mich plagten Kopfschmerzen, die so stark waren, dass ich mich krümmte und weinte. Ich fuhr zum Krankenhaus, doch aufgrund der Schwangerschaft (Begründung: Geburtsstation wurde vor Kurzem zu gemacht) dürfe man mich nicht behandeln. Ich müsste ins andere Krankenhaus fahren mit einer Stunde Fahrtweg. Unter diesen Umständen wollte ich das nicht.

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Nach dieser Phase ging es mir wieder gut. Ich genoss die Schwangerschaft in vollen Zügen. Ich horchte mehr auf mich selbst, reduzierte zeitgleich die Arztbesuche. Weniger Ultraschall, kein CTG. Den sinkenden Eisenwert hob ich mittels Kräuterblut an, aber entgegen der ärztlichen Empfehlung kaufte ich anschließend keine neue Flasche. Die letzten 6 Wochen reduzierte ich meinen Zuckerkonsum stark.

Ich fühlte mich so wohl, dass ich meinen Babybauch gar nicht her geben wollte. Während andere zum Ende der Schwangerschaft solch Sprüche sagten wie "Na, du bist bestimmt bald froh, wenn das Baby da ist", so genoss ich stattdessen stets den Babybauch, die Bewegungen. Es war eine so innige Beziehung zum Baby. Klar war ich neugierig darauf, wie es aussieht, aber dennoch war ich gerne schwanger. Ich bin sogar im 9. Monat noch mit dem Wohnmobil in Urlaub gefahren, insgesamt 4000 km legten wir zurück und besuchten in der Zeit neben Deutschland auch Österreich und Slowenien. Mit dabei: Utensilien für eine eventuelle Alleingeburt und Babysachen für die Heimfahrt.

Gut, ganz so rosig war es nicht ;-)  Zum Ende der Schwangerschaft hin hatte ich nachts Hüftschmerzen, ich war nur langsam zu Fuß unterwegs, musste häufig auf Toilette und war ziemlich unbeweglich.

Da meine Vor- und Nachsorgehebamme keine Geburten begleitet, suchte ich parallel nach einer Hausgeburtshebamme. Leider lehnten alle im Umkreis diese ab mit Begründung des voran gegangenen Kaiserschnitts. Doulas gab es in meiner Nähe nicht. Ich erkundigte mich über Alleingeburten mit all ihren Vor- und Nachteilen. Etwa 6

Wochen vor ET fand ich eine Hebamme in 400km Entfernung, die meine Hausgeburt begleiten würde. 

Ich habe nicht nur vor sondern auch während der Schwangerschaft unheimlich viel gelesen. Nach der schrecklichen Geburt vorher wollte ich diesmal alles anders. Glücklich, gesund, intuitiv. Ich hinterfragte wahnsinnig viel, ich hinterfragte, welchen Sinn eigentlich welche Vorsorge hat, welche Faktoren eine Geburt positiv und negativ beeinflusst ich hinterfragte die typische Frage "was wäre wen" oder besser gesagt wie kann man dieses "was wäre wenn" vorbeugen, damit man gar nicht erst in diese Situation kommt? Ich habe dabei nicht nur die schrecklichen Horrorgeschichten gelesen sondern mich immer gefragt, wie viel wurde bei solch traumatischen Geburten eingegriffen, und gehörte auch ich dazu? Wie kann man eine traumatische Geburt verhindern, welche Vorteile hat uns Mutter Natur mitgegeben und was können wir Frauen leisten? Was ist, wenn wirklich etwas passiert, was macht man dann? Wie geht man damit um und wenn ich mich selbst reflektiere, was habe ich gemacht, einfach nur um die Verantwortung abzugeben und bin ich bereit, von nun an selbst Verantwortung für meine Entscheidungen zu tragen? Habe ich bisher auf meine Intuition gehört und welche Auswirkungen hatte es, auf die Innere Stimme zu hören oder sie zu ignorieren?

Ich lernte viel. Ich lernte viel über die Geburt selbst. Ich lernte viel über mich selbst. Ich lernte, wie stark eine Schwamngerschaft heutzutage technisiert ist und dass diese mehr verunsichert als Sicherheit zu geben. Aber ich lernte nicht, um mich damit zu verunsichern sondern um mein Selbstbewusstsein zu stärken. Ich wollte die Schwangerschaft so erleben und in die Geburt starten, so wie ich das wollte. Ich bin die Hauptperson, ich trage die Verantwortung. 

Und so verzichtete ich in der zweiten Schwangerschaftshälte auf Ultraschall und CTG, nahm weniger Eisen zu mir als empfohlen, legte mehr Wert auf Folat als auf Folsäure uvm. Das Ärzteteam war verwirrt. Manche beschimpften mich sogar, ich sei verantwortungslos. Mein Arzt selbst hingegen akzeptierte es und ich hatte ein klein wenig das Gefühl, er freute sich, sein altes Hörrohr raus holen und anwenden zu können :-) Ich strebte trotz voran gegangenen Kaiserschnitts eine Hausgeburt an, wovor mich mein Umfeld stets warnte.

Fazit

Ich mochte es nicht, nach dem klassischen Schema behandelt zu werden. Ich möchte, dass man mich Ernst nimmt und ich auf sachlicher Ebene beraten werde. Ich möchte, dass man die Risiken und auch die Vorteile sachlich nahe bringt. Ich möchte, dass Möglichkeiten sachlich aufgelistet werden. Ich möchte, dass man mich über die Wahrscheinlichkeit falscher Schätzungen aufklärt. Aber all dies war nicht der Fall. Ich hatte das Gefühl, Opfer eines großen Wirtschaftssystems zu sein und nur danach, was einerseits am meisten Geld einbringt, andererseits für die Ärzte versicherungstechnisch am besten ist, behandelt zu werden. Und genau weil ich einseitige Gespräche hatte, fing ich zur dritten Schwangerschaft an, mich selbst zu erkundigen und forschte nach was welchen Sinn hat, was welche Risiken hat und traf Entscheidungen, die manche als "unverantwortlich" oder "riskant" bewerten. Ich für meinen Teil sage mir, ich schwimme nicht mit der Masse und mache es "weil man es so macht" sondern weil ich es in dem Moment für richtig halte. Ich entscheide nicht "frei Schnauze" sondern bin gut informiert. Ich habe für mich den richtigen Weg gefunden und damit auch den Frieden in mir. 

Ich habe drei völlig unterschiedliche Schwangerschaften und Geburten, aber die, die am selbstbestimmtesten war, da war ich am glücklichsten und die Bindung zum Kind am größten. 

Daher ist es mir wichtig, auch anderen Mut zu machen, nicht mit dem Strom zu schwimmen sondern in jeder Routine, in jeder Technik, in jeder Ermährungsweise, in jeder Empfehlung immer alles zu hinterfragen. Je besser du informiert bist, desto besser kannst du Entscheidungen treffen. Je besser überlegt eine solche Entscheidung ist, desto besser kommst du mit den Folgen klar, sowohl positiv als auch negativ. Eben weil du alles weißt, kannst du dich auch auf alles vorbereiten. Die Gefahr von Enttäuschungen ist somit umso geringer. Und je weniger Ängste du hast, je weniger Druck, desto leichter ist die Geburt. 

© 2019 Natürlich Mama • glücklich • gesund • intuitiv

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