Ultraschall

Viele Frauen freuen sich, wenn sie ihr Baby sehen können, insbesondere wenn alles in Ordnung ist. Auch ich gehöre dazu, die in den ersten beiden Schwangerschaften sich darauf gefreut hat. Bei der dritten Schwangerschaft habe ich dann vieles hinterfragt. Auch dich möchte ich dazu ermutigen, die heutigen Praktiken und Techniken zu hinterfragen, damit du für dich entscheiden kannst, ob du Ultraschall möchtest oder nicht, wenn ja wie häufig, in welcher Schwangerschaftswoche und ob ein einfacher Ultraschall reicht oder es ein 3D bzw. gar 4D sein soll.In Sachen Sicherheit gibt es unterschiedliche Meinungen und Studien. Während bei Tierversuchen man sich relativ einig ist, dass Ultraschall Schäden verursacht, so sieht es beim Menschen anders aus. Ob es wirklich ungefährlich ist oder nur so verkauft wird, ist wohl eher eine Glaubensfrage. Es ist daher gut, wenn man beide Seiten kennt um dann selbst sich zu fragen, was könnte stimmen, welches Risiko nehme ich in Kauf und bei welchen wiederum möchte ich die Finger von lassen.

Daher stelle dir, als Beispiel, folgende Fragen:

  • Sind die Strahlen wirklich unschädlich?

  • Kann man wirklich ohne Bedenken das Baby bestrahlen?

  • Was genau möchte ich eigentlich mit den Untersuchungen bezwecken? 

  • Was erwartest du vom Ultraschall?

  • Welchen Einfluss hat welches Ergebnis nach einem Ultraschall?

  • Was wäre, wenn du drauf verzichten würdest?

  • Zu welcher Schwangerschaftswoche ist dir der Ultraschall wichtig, wann verliert er für dich an Bedeutung?

  • Hast du die einzelnen Techniken verglichen im Bereich der Risikoabschätzung? Vaginaler Ultraschall, Ultraschall über die Bauchdecke, 2D/ 3D/ 4D ? 

  • Warum vertraust du der Technik mehr als dir und deiner Intuition? Warum fragst du den Arzt und nicht dich selbst, ob alles in Ordnung ist?

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Ich bin dreifache Mama. In der ersten Schwangerschaft habe ich alles mitgenommen, "was man so macht", wollte allerdings nicht vor der 13. Schwangerschaftswoche zum Arzt. Aufgrund von starken Unterleibsschmerzen wollte ich mich in der 7. Woche aber doch absichern. Ich habe außerdem neben den gängigen Untersuchungen auch die Nackenfaltenmessung, Organscreening und 3D Ultraschall machen lassen.

Bei der zweiten Schwangerschaft wollte ich mir diese Faszination nicht nehmen lassen und wiederholte es. Hinterfragt hatte ich bisher nichts. Leider blieb mein Baby in BEL, es wurde per Kaiserschnitt geboren.

Bei beiden Schwangerschaften war die Gewichtsschätzung total falsch. Das erste Kind wurde 900g schwerer geschätzt (die Folge wäre ein Kaiserschnitt, welchen ich aber ablehnte), bei der zweiten veschätzte man das Gewicht 800g leichter.

Bei beiden Schwangerschaften drückte man mich anhand von Ultraschall in Ecken, die ich als stressig empfunden habe. Bei der ersten wie gesagt sollte ich einen Kaiserschnitt bekommen, weil mein Baby "zu groß" wäre. Bei der zweiten müsste das Baby, um spontan aus BEL gebären zu können, ein Mindestgewicht erreichen. Ist es zu leicht, wird auch hier ein Kaiserschnitt empfohlen.

 

Das heißt die Art, wie man gebärt, hängt u.A. von den Schätzungen (!) ab, die beim Ultraschall gemacht werden. Ultraschall macht die Geburten nicht sicherer sondern im Gegenteil, erhöht die Gefahren, dass Kinder aufgrund falscher Schätzungen zu früh geholt oder ein anderer Geburtsweg eingeschlagen wird als es eigentlich nötig wäre. Anders herum können aber auch Krankheiten übersehen werden. Ein Ultraschall ist nur eine Momentaufnahme, Krankheiten können übersehen werden oder gesunde Kinder als krank geschätzt werden. Gewichte können zu hoch oder zu niedrig geschätzt werden. Daher frage dich stets, was ist dir wichtig und was wäre, wenn der Arzt richtig liegt? Was wäre, wenn der Arzt die Bilder falsch gedeutet hat? Wie wichtig ist dir welche Aussage, welche Folgen hat sie für dich und auf welche Aussagen möchtest du bewusst verzichten? Wusstest du zum Beispiel, dass manche Hebammen beobachtet haben, dass Fehlgeburten bei einem vaginalen Ultraschall häufiger sind als wenn die Frauen warteten, bis ein Ultraschall über die Bauchdecke möglich ist?

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Meine Erfahrung

Zur dritten Schwangerschaft wusste ich schon sehr viel mehr über die Kritik des Ultraschalls. Daher stellte ich mir selbst Fragen, um entsprechend handeln und entscheiden zu können.
Da ich einen Kaiserschnitt hatte, war mir die Lage der Plazenta wichtig. 

Da ich eine Hausgeburt anstrebte, war mir außerdem wichtig, dass mein Baby gesund ist, das heißt das Organscreening machte ich trotz schlechten Gewissens. Ich hätte es mir sonst ewig vorgeworfen, wenn beispielsweise ein herzkrankes Baby nicht direkt ärztlich versorgt werden könnte.
Mehr brauchte ich nicht. Ich habe bereits zwei Kinder mit gesunden Schwangerschaften, ich wusste welch unnötige (!) medizinische Eingriffe den unglücklichen Verlauf förderten, ich vertraue von nun an mir, meinem Körper, meiner Intuition und meinem Baby. Ich denke, wenn ich auf Ultraschall verzichte, achte ich mehr auf Anzeichen, die mir mein Körper und Baby vermittelt. Ich nahm Bewegungen intensiver war, bemerkte Abweichungen leichter, achtete vermehrt auf meinen Ausfluss usw. Außerdem vermied ich dadurch, dass Gewichtsschätzungen völlig daneben liegen und dementsprechend etwas an Behandlungen oder Art der Geburt gefordert wird, was nicht nötig ist. Auch dass eine Plazenta verkalkt ist oder die Fruchtwassermenge abnimmt, sehe ich nicht als Grund zur Sorge sondern als natürlichen Prozess. Die Lebenszeit läuft ab und ich denke, dass Mutter Natur schlau genug sein wird, die Wehen dann einzuleiten, wenn die Lebenszeit der Plazenta abgelaufen ist. Dass das Herz schlägt brauche ich nicht am Ultraschall zu sehen. Solange sich mein Baby bewegt, lebt es auch ;-) Mein Arzt war verwirrt, dass ich keinen Ultraschall mehr wollte und bei der ersten Ablehnung fand er es, so glaube ich, gar nicht gut, aber bei allen Folgeterminen akzeptierte er es und ich hatte das Gefühl, er stand vor einer Herausforderung, die er irgendwie spannend fand.

Und so habe ich meinen eigenen Weg gefunden. Ultraschall hat viele Vorteile, aber auch viele Nachteile.

 

Mein Fazit

Jede Frau hat andere Wünsche und Bedürfnisse und die Quellen widersprechen sich oft. Manche beweisen die Schädigung durch Ultraschall, andere widerlegen es und behaupten, es sei frei von Gefahren. Am Ende wissen wir eigentlich nichts sondern können nur uns selbst fragen, was sich für uns stimmig anhört. Aber ich bin der Meinung: Wo man nicht ausschließen kann, dass das Risiko ggf. höher ist als der nutzen, sollte man sehr respektvoll und sparsam dies nutzen. Überall im Leben. Daher möchte ich dich ermutigen, dich nach deinen Bedürfnissen zu erkundigen, die du hast. Nicht die Bedürfnisse, die du gewohnt bist "weil man das so macht". Frage dich, was du brauchst und frage dich, was du tun kannst, auch ohne Technik dir zu vertrauen, auf dich zu horchen und selbst zu wissen, wann es euch beiden gut geht und wann medizinische Hilfe nötig wäre. Finde deinen eigenen Weg. Mache so viel wie nötig, aber nicht mehr als nötig. Es handelt sich immer noch um Bestrahlung, die für den Körper verwirrend sind. Selbst wenn sie gesundheitlich nicht schaden, so stören sie dennoch in dem Moment. Frage dich, wie oft du dein Baby stören möchtest, aber wie viel du wissen musst, um ohne Ängste die Schwangerschaft zu genießen.

Uptdate: Wunsch-Ultraschall ab 2021 verboten

Viele Frauen sind empört über dieses Gesetz. Sie fühlen sich in ihrer freien Entscheidung eingeschränkt und erkennen nicht, dass diese Entscheidung ausnahmsweise mal etwas Gutes ist im Sinne einer gesundes Entwicklung des Babys. Manche behaupten auch, es gäbe wichtigeres, worum sich die Politik kümmern sollte. Ich sage dazu: Es gibt Wichtigeres als die Gesundheit eines Kindes? Ich finde, hier ist genau der richtige Ansatz, wenn Verbote dem ungeborenem Kind nützen.

Abgesehen davon bin ich überzeugt, dass ein Arzt Gründe finden wird, um aus einem Wunsch-Ultraschall einen medizinisch notwendigen zu machen. Schließlich geht das beispielsweise auch bei CTG und Wunschkaiserschnitten.

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